Etwas gegen „Bärenhunger“: der Asiatische Wildapfel

Pflanzung des Asiatischen Wildapfels im Obstsortengarten Knechtsteden

Asiatischer Wildapfel (By Agricultural Research Service (Research agent of United States Department of Agriculture))

Auf den Obstwiesen am Kloster Knechtsteden wurden zwei Hochstämme des Asiatischen Wildapfels gepflanzt und ergänzen somit den Obstortengarten Knechtsteden. Die Bäume sind auch auf der Klosterrunde des Obst-Wanderweges in Knechtsteden zu sehen.

Der Kultur-Apfel ist ein Kreuzungsprodukt südwestasiatischer Wildäpfel. Der vermutlich wichtigste „Stammvater“ ist der Asiatische Wildapfel (Malus sieversii). Im entlegenen Tian Shan-Gebirge im Grenzgebiet zwischen Kasachstan und China bilden Asiatische Wildäpfel sogar Urwälder. Einzelne Bäume können 30 Meter Höhe und einen Stammdurchmesser von zwei Metern erreichen. Die Früchte sind mit bis zu 7 cm Durchmesser die größten aller wilden Apfelarten. Diese enorme Größe und die geschmackliche Variabilität der Früchte war lange ein Rätsel für die Evolutions-Biologen.

Eine mögliche Erklärung ist eine Koevolution zwischen Braunbären und dem Asiatischen Wildapfel. Koevolution ist die wechselseitige Anpassung zweier miteinander agierenden Arten über einen langen Zeitraum. Man hat festgestellt, dass die Samen der Asiatischen Wildäpfel nach der Passage durch den Darm des Braunbären noch keimfähig sind. Je größer die Früchte sind und vor allem je besser sie den Bären schmecken, desto häufiger werden sie gefressen und somit auch verbreitet. Daher entsteht im Laufe der Zeit ein Selektionsdruck in Richtung großer und schmackhafter Früchte.

Aktuell ist der Asiatische Wildapfel in seinem angestammten Verbreitungsgebiet durch die Zerstörung des Lebensraumes gefährdet. In den letzten 30 Jahren wurden über 70 % seines Habitats zerstört.